Ohne Girokonto ist keine Teilnahme am täglichen Zahlungsverkehr möglich. Der Verbraucher kann sich kein Bargeld am Automaten besorgen, geschweige denn eine Zahlung per Kreditkarte tätigen. Wegen fehlender Bonität bleibt Ihnen ein normales Girokonto verwehrt. Stecken Sie Ihren Kopf nicht in den Sand, denn es gibt eine einfache Lösung. Wie Sie an ein Bankkonto trotz Schufa kommen!

Wer ist die Schufa?

Die Schufa ist eine Wirtschaftsauskunftei mit Sitz in Wiesbaden. Das Unternehmen sammelt Daten, um daraus die Bonität eines Verbrauchers zu bestimmen. Obwohl sich die Schufa nach einer staatlichen Organisation anhört, handelt es sich lediglich um ein gewinnorientiertes Unternehmen.

Zu den Vertragspartnern zählen Banken, Handyprovider und Versorger. Vergessen Sie eine Rechnung zu bezahlen, meldet der Energiekonzern diesen Sachverhalt. Der Schufa-Score des Verbrauchers sinkt, was die Kreditvergabe deutlich erschwert. Wenige Negativeinträge reichen für zahlreiche Ablehnungen aus. Das Drama fängt bei Handytarifen an und endet bei größeren Finanzierungen. Eine Absage muss nicht zwangsläufig etwas mit der Zahlungsfähigkeit einer Person zu tun haben. Der Verbraucher könnte sich den Handytarif locker leisten, aber das Schufa-Rating sagt das Gegenteil aus.

Fehlerhafte Schufaeinträge löschen lassen 

Oftmals liegen bei der Schufa fehlerhafte Einträge vor. Aus diesem Grund sollten Sie eine Auskunft nach Art. 15 DS-GVO anfordern. Seit dem 1. April 2010 muss Ihnen die Schufa das Dokument einmal im Jahr kostenfrei zuschicken. Die Auskunft können Sie direkt auf der offiziellen Webseite der Schufa (https://www.meineschufa.de/index.php?site=11_3) bestellen. Entdecken Sie einen falschen Negativeintrag, sollten Sie diesen Sachverhalt umgehend melden.

Viele Banken werten den Schufa-Score sehr streng aus. Bereits ein kleiner Negativeintrag zieht Ablehnungen nach sich. Eine Absage hat nicht unbedingt etwas mit Ihrem Gehalt zu tun. Mehrere vergessene Handyrechnungen können die Ursache sein, da dies auf eine fehlende Zahlungsmoral hindeutet.

Ein Girokonto ohne Schufa

Es liegt eine negative Schufa vor. Ob selbst verschuldet oder unverschuldet soll an dieser Stelle keine Rolle spielen. Die meisten Verbraucher suchen im Internet nach einem Girokonto ohne Schufa. Tatsächlich scheint es einige interessante Angebote zu geben.

 Kein Girokonto mit Dispo ohne Schufaauskunft

Bitte beachten Sie, dass es kein normales Girokonto ohne Schufa gibt. Lassen Sie sich nicht von Lockangeboten wie "schufafreies Konto" oder "Girokonto ohne Schufa" ködern. Bei jedem Kontoantrag mit Dispolimit wird eine Schufa-Prüfung durchgeführt. In Deutschland sind die Banken gesetzlich dazu verpflichtet, die Bonität des Antragstellers zu checken. In der Regel geschieht die Prüfung über eine Schufa-Auskunft. Es gibt nur einen besonderen Fall, bei dem keine Schufa-Prüfung stattfindet.

Eine Prüfung der Schufa ist wichtig, da sich ein Girokonto überziehen lässt. Zudem kann der Kunde einen dauerhaften Dispokredit beantragen, der für die Bank ein weiteres Risiko bedeutet. Durch die Kreditkarte wird ein zusätzlicher Darlehensrahmen eingeräumt. Können Sie Ihre Schulden nicht bezahlen, muss die Bank schlussendlich dafür aufkommen. Daher erhalten Antragsteller mit einer schlechten Bonität eine automatische Absage. Ein klassisches Girokonto mit Kreditrahmen wird ihnen verweigert.

Das Jedermann-Konto - Jeder hat Anspruch auf ein Basiskonto

Zum Glück hat der Gesetzgeber das Problem erkannt. Seit dem 19. Juni 2016 hat jeder Verbraucher das Recht auf ein sogenanntes Jedermann-Konto. Dieses Recht ist im Zahlungskontengesetz (ZKG) festgelegt. Das Jedermann-Konto wird auch als Basiskonto oder Bürgerkonto bezeichnet.

Das Jedermann-Konto macht Girokonto trotz Schufa möglich

Bei dem Jedermann-Konto handelt es sich um ein Girokonto auf Guthabenbasis. Wirklich jeder Bundesbürger kann es beantragen. Die Bank muss ein Girokonto bereitstellen. Das Jedermann-Konto folgt dem Prepaid-Prinzip: Wenn Sie einen Einkauf tätigen möchten, müssen Sie die volle Summe vorher einzahlen.

Die Funktionsweise ähnlich dem klassischen Prepaid-Handyvertrag. Für ein Telefonat benötigen Sie das entsprechende Guthaben. Sobald das Geld aufgebraucht ist, kann das Gespräch nicht mehr fortgeführt werden. Es muss eine neue Einzahlung erfolgen. Auf diesem Prinzip basiert auch das Jedermann-Konto.

Beispiel: Der Kontoinhaber möchte einen TV für 489 Euro kaufen. Auf dem Basiskonto befinden sich 486 Euro. Die Zahlung wird verweigert, da ihm die Bank drei Euro leihen müsste. Ein Kredit egal welcher Höhe ist ausgeschlossen. Nach einer Überweisung von fünf Euro kann er den TV bezahlen. Anschließend befinden sich zwei Euro auf dem Jedermann-Konto.

Das Kreditinstitut geht mit dem Basiskonto kein Risiko ein. Schließlich kann es der Kunde nicht überziehen, außer wenn er die Grundgebühr vergisst. Deshalb verzichten einige Banken auf eine Schufa-Abfrage, da sie das Basiskonto sowieso zur Verfügung stellen müssen. Dennoch sollten Sie es zuerst mit einem normalen Girokonto probieren. Eventuell haben Sie Glück und der Antrag geht trotz Schufa-Prüfung durch. Ein Basiskonto können Sie auch im Nachhinein beantragen.

Leistungen und Angebote

Generell bietet ein Basiskonto ähnliche Leistungen wie ein normales Girokonto. Mit einer Ausnahme: Es ist kein Kreditrahmen möglich. Das Jedermann-Konto basiert auf dem Guthabenprinzip.

Die Leistungen im Überblick:

  • Bargeld am Automaten
  • EC-Karte bzw. Girocard
  • Geld abbuchen und überweisen
  • mögliche Lastschriften
  • Prepaid-Kreditkarte
  • Teilnahme am bargeldlosen Zahlungsverkehr
  • Zahlungen im Ausland möglich

Nicht jedes Basiskonto bietet die beschriebenen Leistungen. Manche Institute stellen eine Bankkarte aus, die sich nicht im Supermarkt nutzen lässt. Andere Banken werben mit einer vollwertigen Girocard für jegliche Einkäufe.

Besonders interessant ist die Prepaid-Kreditkarte. Vor allem im Ausland stellt sie eine erhebliche Erleichterung dar. Je nach Angebot fallen keine Kosten für Bargeld am Automaten an. Das kann auch für den Einsatz in Fremdwährungen gelten. Prüfen Sie die Konditionen, um das beste Angebot zu ermitteln. Es gibt eine breite Auswahl an verfügbaren Basiskonten. Die Leistungen weichen jedoch erheblich voneinander ab. Während manche Banken das Jedermann-Konto verstecken, vermarkten es andere Anbieter überaus offensiv.

Berücksichtigen Sie beim Girokontovergleich die aufgeführten Punkte.

Tipp: Wer sich in Zahlungsschwierigkeiten befindet, benötigt dennoch ein gewisses Grundkapital zum Leben. Seit 2010 können Sie Ihr Girokonto nach § 850k ZPO in ein sogenanntes P-Konto (Pfändungsschutzkonto) umwandeln. Im Anschluss ist eine bestimmte Summe vor Pfändungen abgesichert. Mit diesem Geld können Sie Ihren Lebensunterhalt bestreiten.

Aufwertung zum vollwertigen Girokonto

Trotz schlechter Bonität können Sie ein Jedermann-Konto eröffnen. Mit der Zeit sollte sich Ihre finanzielle Situation verbessern. Haben Sie sich als treuer Kunde bewährt, lässt sich eine Aufwertung des Girokontos beantragen. In vielen Fällen räumt Ihnen die Bank tatsächlich ein Dispolimit ein. Schließlich sind Sie dem Institut als Kunde bekannt. Natürlich sollten sich Ihre Finanzen auch wirklich erholt haben. Vielleicht lag vorher ein negativer Schufa-Eintrag vor, der nun nicht mehr besteht.

Welche Gebühren fallen an?

Das Basiskonto bietet umfangreiche Leistungen. Dafür ist eine sorgfältige Produktauswahl notwendig. Der Grund: Die Banken können kaum etwas am Jedermann-Konto verdienen. Ein Dispo ist ausgeschlossen, ebenso wird keine echte Kreditkarte vergeben.

Info: Manche Kreditinstitute erheben höhere Gebühren. Hier ist vor allem die Jahresgebühr zu nennen. Im Vergleich zum normalen Girokonto werden höhere Kosten berechnet. Zudem fallen die Konditionen der Prepaid-Kreditkarte nicht sehr attraktiv aus. Besonders die Aktivierungsgebühr kann sich als Kostenfalle erweisen. Prüfen Sie nach, ob eine derartige Gebühr anfällt.

Nicht alle Banken veranschlagen teure Gebühren. Es existieren auch faire und interessante Angebote. Einige Institute bieten ein Girokonto trotz Schufa ohne Jahresgebühr an. Zusätzlich gibt es eine kostenlose Prepaid-Kreditkarte als Bonus obendrauf. Mit ihr lässt sich in Nicht-EU-Ländern gratis Bargeld abheben.

Einige Anbieter berechnen eine monatliche Grundgebühr zwischen 3 bis 10 Euro. Deshalb ist ein Girokontovergleich dringend zu empfehlen. Wer eine schlechte Schufa hat, sollte sich nicht schämen. Es steht ein breites Angebot an Girokonten zur Auswahl. Trotz Schufa müssen Sie sich nicht für die erste Bank entscheiden, die sich auf eine Kontoeröffnung einlässt. Von Rechts wegen sind alle Kreditinstitute dazu verpflichtet.

Fazit: Auch Sie können ein Girokonto beantragen

Das Jedermann-Konto steht jedem Bundesbürger offen. Es muss von allen Banken angeboten werden. Doch nicht jedes Institut steht dieser Zielgruppe freundlich gegenüber. Manche Banken verstecken das Basiskonto in ihrem Produktangebot. Wählen Sie lieber einen Anbieter, der offensiv für sein Jedermann-Konto wirbt. In der Regel bieten diese Banken auch die besten Konditionen. Zusätzlich wissen sie mit attraktiven Leistungen wie einer kostenlosen Prepaid-Kreditkarte zu punkten.

Um das beste Basiskonto zu finden, müssen Sie die Konditionen vergleichen. Dann dürfen Sie sich trotz Schufa an einem nahezu vollwertigen Girokonto erfreuen.