In manchen Fällen kann sich eine Kreditumschuldung lohnen. Beispielsweise dann, wenn die Zinssätze für Kredite erheblich gesunken sind. Dennoch gibt es bei einer Umschuldung Einiges zu beachten, damit sie sich auch tatsächlich lohnt und Sie nicht am Ende noch mehr bezahlen als bei Ihrem ursprünglichen Kredit.

 

Welche Vorteile hat eine Umschuldung?

Eine Kreditumschuldung ist immer dann sinnvoll, wenn Sie dadurch Zinsen sparen und Ihre Kreditkosten deutlich senken können. Je nach Art des Darlehens (zum Beispiel einer Baufinanzierung) können durch eine gute (!) Umschuldung leicht mehrere hundert bis tausend Euro gespart werden.

jeder zweite zahlt zu viele zinsenFinanzexperten halten eine Umschuldung vor allem dann für nützlich, wenn der Verbraucher derzeit mehrere Kredite abbezahlen muss und sie mit Hilfe einer Umschuldung zu einem einzigen Kredit zusammenfassen kann. Unabhängig von einem möglichen Zinsvorteil sind mit einer solchen Umschuldung noch weitere Vorteile verbunden: Wenn Sie nur noch eine statt beispielsweise vier Raten zahlen müssen, ist die Wahrscheinlichkeit geringer, dass Sie diese Rate nicht bezahlen können oder sie schlicht vergessen. Durch Zahlungsverzüge wird Ihre Bonität beeinträchtigt. Das können Sie durch eine Umschuldung verhindern. Durch das geringere Ausfallrisiko und die damit verbundene bessere Bonität erhalten Sie attraktivere Zinssätze und können so die Gesamtkosten für Ihren Kredit senken.

Es gibt jedoch noch eine andere Situation, in der eine Kreditumschuldung sinnvoll ist: Verbraucher, die ihren Dispokredit häufig und zusätzlich über einen längeren Zeitraum hinweg in Anspruch nehmen, zahlen hierfür sehr hohe Zinsen, die ein Vielfaches der durchschnittlichen Zinsen eines Ratenkredits betragen. Wer zum Ausgleich seines Dispokredits einen Ratenkredit abschließt, profitiert eindeutig von diesem Zinsunterschied.

 

Worauf Sie bei einer Kreditumschuldung achten sollten

Finanzexperten raten zu einer Umschuldung nur dann, wenn der neue effektive Jahreszins sehr viel niedriger ist als der des alten Kredits und dieser noch eine relativ hohe Restschuld hat. Berücksichtigen Sie deshalb bei der Überlegung, Ihren Kredit umzuschulden, immer alle (!) anfallenden Kosten und nicht nur den möglichen Zinsunterschied. Vergessen Sie dabei nicht die Vorfälligkeitsentschädigung, die Bankinstitute erheben dürfen, wenn ein Kredit nach dem 11. Juni 2010 abgeschlossen wurde und nun vorzeitig abgelöst wird.

Die Höhe dieser Vorfälligkeitsentschädigung ist gesetzlich festgelegt und beträgt 0,5 Prozent des Rückzahlungsbetrages, wenn der Kredit eigentlich innerhalb der nächsten 12 Monate abbezahlt ist. Ist die Restlaufzeit länger als ein Jahr, darf sich die Entschädigung für die Banken sogar auf ein Prozent des Rückzahlungsbetrages belaufen. Die Vorfälligkeitsentschädigung kann den Wechsel zu einem günstigen neuen Kredit bei einem geringen Zinsunterschied zu einem teuren Vergnügen machen.

Wenn Sie sich nach einem neuen zinsgünstigen Darlehen umsehen, sollten Sie nicht vergessen, dass die in der Werbung genannten Zinssätze in der Regel nur Verbrauchern mit lupenreiner Bonität und Kreditwürdigkeit zur Verfügung stehen. Die kleinste Abweichung hiervon kann den Zinssatz schon empfindlich erhöhen. Deshalb sollten Sie immer nur Vergleiche mit Ihren persönlichen, ganz konkreten Daten anstellen und sich nicht auf pauschale Werbe-Aussagen verlassen. Nutzen Sie im Zweifel einen Online-Kreditrechner im Internet: Hier erfahren Sie im Handumdrehen, ob eine Umschuldung wirklich für Sie lohnenswert ist und bei welcher Bank oder welchem Kreditinstitut Sie das günstigste Angebot bekommen.