Eine Kartenzahlung nimmt viel Zeit in Anspruch. Bis die PIN eingetippt ist, vergeht eine halbe Ewigkeit. Zumindest fühlt es sich so an, wenn fünf Leute vor Ihnen an der Kasse stehen. Mit der NFC-Technologie gehören diese Zeiten der Vergangenheit an. Halten Sie Ihre Bankkarte einfach an das Lesegerät. Die lästige Eingabe der PIN entfällt. Was es über das kontaktlose Bezahlen zu wissen gibt.

Was steckt hinter NFC?

Das Kürzel NFC steht für Near Field Communication. Darunter versteht man das kontaktlose Bezahlen per Girocard, Kreditkarte oder über das Smartphone. Die Technologie erfreut sich einer immer größeren Beliebtheit, da sie den Zahlprozess an der Kasse deutlich beschleunigt. Es reicht aus, die EC-Karte ans Terminal zu halten. Schon ist die Zahlung abgeschlossen.

Manchmal müssen Sie den Kassenzettel unterschreiben. In Deutschland ist das aber nicht erforderlich. Das trifft nur auf einige Länder im Ausland zu. Die Händler möchten sich mit der Unterschrift absichern.

Info: Allgemein handelt es sich bei NFC um einen Funkstandard. Damit lassen sich Daten innerhalb von kurzer Distanz übertragen. Im Falle einer Kreditkarte sind es die Zahlungsinformationen. Die Technologie ermöglicht bequeme kontaktlose Zahlungen.

Ob eine Plastikkarte über NFC verfügt, erkennen Sie an mehreren Wellen auf der Karte. Das Logo erinnert ein wenig an das Symbol, was für WLAN verwendet wird. Es ist nur seitlich dargestellt. Zudem kann der Name dieser Technik direkt auf der Karte aufgedruckt sein. Visa bezeichnet die NFC-Technologie als Paywave. Bei Mastercard trägt sie den Namen Paypass.

Voraussetzungen:

  • Die Plastikkarte muss über einen NFC-Chip verfügen. Nicht jede Kreditkarte eignet sich für kontaktloses Bezahlen. Den Chip erkennen Sie am wellenartigen Muster.
  • Im Geschäft sollte ein NFC-fähiges Lesegerät vorhanden sein. Sehen Sie sich das Terminal kurz an. Dort sollte sich ebenfalls ein Symbol mit mehreren Wellen befinden.

Wie funktioniert kontaktloses Bezahlen?

Eine Zahlung ist praktisch im Vorbeigehen möglich. Gewöhnlich reicht es aus, die Kreditkarte oder die EC-Karte herauszuholen. Im Anschluss schaltet die Verkäuferin die Kartenzahlung frei. Nun müssen Sie die Plastikkarte kurz an das Terminal halten. Ein direkter Kontakt ist nicht erforderlich. Theoretisch können Sie die Karte sogar im Geldbeutel lassen. Dann müssen Sie die Kassiererin verbal auf das Kärtchen aufmerksam machen.

Das Terminal leuchtet bei einer erfolgreichen Zahlung auf. Für größere Summen als 25 Euro ist die Eingabe der PIN notwendig. Insgesamt bieten in Deutschland über 600.000 Kassenterminals die Zahlung mit NFC an.

Info: Ab einem Einkauf von 25 Euro müssen Sie Ihre PIN eingeben. Je nach Kreditinstitut können Sie diese Summe auf 50 Euro anheben. Damit erhöhen Sie jedoch das Risiko, sollten Sie das Kärtchen verlieren. Für spontane Einkäufe reichen 25 Euro vollkommen aus.

Kreditkarten basieren auf dem oberen Prinzip. Wenn Sie möchten, können Sie Ihren vollen Kreditrahmen mit kleinen Beträgen unter 25 Euro ausreizen. Bei Prepaid-Kreditkarten ist eine vorige Aufladung des Kartenkontos erforderlich. Solche Karten funktionieren nach dem Guthabenprinzip.

Bei EC-Karten bzw. Girocards kommt es auf die Bank an. Manche erlauben normale Zahlungen ohne Einschränkungen. Andere behandeln die NFC-Technik wie eine Prepaid-Karte. Zur Nutzung dieser Technologie müssen Sie eine Aufladung von bis zu 200 Euro tätigen. Der Betrag lässt sich nach und nach aufbrauchen. Allgemein steht NFC bei Girocards seit 2012 zur Verfügung. Ältere Kartenmodelle arbeiten nach dem Guthabenprinzip. Die Banken geben jedoch vermehrt EC-Karten ohne Aufladung heraus. Das Geld wird automatisch vom Bankkonto abgebucht.

Gibt es Sicherheitsbedenken?

EC-Karten und Kreditkarten mit NFC-Technik sind als sicher einzustufen. Als Verbraucher brauchen Sie sich keine Sorgen zu machen. Es erscheint denkbar, dass eine Zahlung versehentlich im Vorbeilaufen erfolgen kann. Doch das ist nahezu ausgeschlossen, da sich die Plastikkarte mehrere Sekunden in nächster Nähe zum Lesegerät befinden muss.

Generell erfährt der Händler nur einige Basisdaten. Dazu zählt das Ablaufdatum Ihrer Karte und die Kartennummer. Ein zufälliger Sicherheitscode rundet die Kartenzahlung ab. Im Vergleich zum Online-Einkauf per Kreditkarte ist keine dreistellige Prüfziffer von der Rückseite erforderlich. Der Name wird auch nicht übertragen.

Info: Theoretisch kann ein Betrüger die Plastikkarte fürs Onlineshopping nutzen. In diesem Fall können Sie die Buchungen jedoch zurückgehen lassen. So gelangen Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder an Ihr Geld. Wichtig ist nur, dass Sie den Betrug sofort melden, wenn Sie auf Ihr Kartenkonto sehen.

Gewöhnlich wird beim kontaktlosen Bezahlen keine Unterschrift verlangt. Daher könnte ein Dieb mehrere kleine Einkäufe per NFC-Technik tätigen. Hier bieten die Banken effiziente Schutzmechanismen an. Jede Kartengesellschaft hat moderne Sicherheitssoftware am Laufen. Die Software sperrt Karten automatisch, wenn ein dringender Verdacht vorliegt. Zudem können Sie sich per SMS über Zahlungen benachrichtigen lassen. Damit gehen Sie auf Nummer sicher. Rufen Sie im Verdachtsfall direkt an und beantragen Sie eine Sperrung der Kreditkarte.

Welche Kosten fallen an?

Viele Banken bieten die NFC-Technik als Sonderleistung an. Die Technologie dient zur aktiven Kundenwerbung. Kontaktloses Bezahlen ist bequem und spart Zeit. Daher wünschen sich immer mehr Verbraucher eine Plastikkarte mit NFC-Funktion. Diesem Wunsch kommen die Banken mit NFC-fähigen EC-Karten und Kreditkarten nach.

Eine Zahlung mittels NFC kostet keine zusätzlichen Gebühren. Das ist ein kostenfreier Service der Banken. In der Regel wird Ihnen eine Karte zum kontaktlosen Bezahlen ohne Kosten ausgestellt.

Inzwischen gilt die NFC-Technik als gängiger Standard. Praktisch jede Bank bietet eine Kreditkarte oder Girocard mit dieser Technologie an. Daher sollten Sie bei der Auswahl des neuen Finanzprodukts auf andere Kriterien achten. Vor allem die Jahresgebühr spielt eine große Rolle. Beim Girokonto sollte sie vorzugsweise 0 Euro betragen, da Sie der Bank sonst ein unnötiges Geldgeschenk bereiten. Anders sieht es bei Kreditkarten aus. Diese Plastikkarte darf ruhig etwas kosten, wenn sie mit entsprechenden Leistungen ausgestattet ist. Besonders wichtig sind hilfreiche Schutzleistungen wie Reise- oder Mietwagen-Versicherungen.

Gängige Kosten von Bankprodukten:

  • Jahresgebühr
  • Bargeld im In- und Ausland
  • Fremdwährungsentgelt
  • Sollzinsen

Wohin weist der Trend?

Die Entwicklung tendiert derzeit zu mobilen Geräten. Kontaktloses Bezahlen ist auch per Tablet, Smartphone und mit Wearables möglich. Dafür arbeitet die IT-Branche intensiv an Apps, um die NFC-Technik zu optimieren. Es gibt bereits Apps wie MyWallet, mPass, Google Pay, Apple Pay, Android Pay und Samsung Pay. Der Einkauf läuft genauso wie bei Plastikkarten ab. Halten Sie das Smartphone für einige Sekunden an das Lesegerät. Anschließend erfolgt eine automatische Abbuchung vom Bankkonto. Dank NFC-Technologie können Sie auf Ihren Geldbeutel verzichten.

Bis 2020 möchten die Banken komplett auf kontaktloses Bezahlen umstellen. Manche Kreditinstitute verschicken nur NFC-fähige Kreditkarten.

Wissen Sie noch nicht, ob Sie die NFC-Technik nutzen möchten? Kein Problem, bestellen Sie eine Plastikkarte mit dieser Funktion. Probieren Sie diese Karte eine gewisse Zeit aus. Generell lässt sich die NFC-Funktion nicht deaktivieren. Dafür müssten Sie den Chip durchbohren, wovon dringend abzuraten ist. Im Internet kursieren einige Anleitungen, das Risiko ist jedoch sehr hoch, die Plastikkarte zu zerstören.

Tipp: Kaufen Sie sich lieber eine Schutzhülle zur Abschirmung der NFC-Plastikkarte. Für kleines Geld sind diese Hüllen im Internet erhältlich.

Viele Verbraucher sind trotz anfänglicher Zweifel von der Funktion begeistert. Geben Sie der Technologie eine faire Chance. Da keine Kosten anfallen, haben Sie nichts zu verlieren.

Vorteile und Nachteile:

+ schnelle Zahlungen

+ ohne Eingabe der PIN

+ kostenfreie Sonderleistung

+ bequeme Einkäufe

+ keine Suche nach Kleingeld

- manche Läden besitzen kein NFC-Lesegerät

- nicht deaktivierbar (Tipp: Schutzhülle verwenden)

Fazit: Steigen Sie um auf kontaktloses Bezahlen

Der Finanztrend weist zur NFC-Technologie hin. Kontaktloses Bezahlen ist bequem und erleichtert den Einkauf. Obendrein schonen Sie die Nerven Ihrer Mitmenschen, da die Zahlung nach wenigen Sekunden abgeschlossen ist. Würde jeder Kunde mit NFC bezahlen, gäbe es kaum noch Schlangen im Supermarkt.

Führen Sie jetzt einen Konditionsvergleich durch, um die besten Plastikkarten mit NFC-Technik zu finden. Es stehen attraktive Angebote für Girocards und Kreditkarten zur Auswahl!